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Febomobil: Kuhnle-Tours auf Bunbo-Art

Febomobil: Kuhnle-Tours auf Bunbo-Art

Febomobil 870 heißt die neueste Erweiterung im Flottenportfolio von Kuhnle-Tours. Das Febomobil mit seiner Pontonschiffkonstruktion auf zwei parallelen Schwimmkörpern gehört zur Gruppe der Bungalowboote (Bunbo). Damit reiht es sich als weiterer Vertreter in die Riege der an Marktanteil gewinnenden schwimmenden Ferienhäuser ein. Diese erfreuen sich vor allem bei Hausbooteinsteigern wachsender Beliebtheit –auch, weil es vergleichweise günstige Mietboote sind.

Auf der Boot in Düsseldorf, der führenden Bootsmesse, präsentierte die Kuhnle-Gruppe den Neuzugang, der im Herbst an das Unternehmen von der La-Mare-Werft ausgeliefert wurde und im Frühjahr in der Vermietung angeboten wird. Die verantwortliche Werft aus Bydgoszcz (Bromberg) war ebenfalls auf der Boat Show in Düsseldorf vertreten und zeigte eine weitere Version des Bungalowbootes, namens Canalboat, am eigenen Stand.

 

 

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Febomobil-870 von Kuhnle-Tours kurz nach der Erstwasserung Anfang November 2012. Da es mit leeren Tanks fotografiert wurde und einige Innenausbauten fehlten, liegt es hier im Bild noch sehr hoch im Wasser. Foto: Kuhnle-Tours

 

 

 

 

Das Febomobil bei Kuhnle-Tours

 

Das Febomobil bei Kuhnle-Tours bietet bis zu fünf Personen Platz. Drei Personen können in der Schlafkabine nach achtern untergebracht werden (Doppelbett + darüberliegendes Einzelbett). Zwei weitere Schlafplätze ergeben sich durch eine umbaubare Schlafcouch im Wohnsalon.

 

Das Febomobil besitzt wie die Bungalowboote der Mitbewerber eine recht große Sonnenterrasse und eine Badeplattform am Heck. Alle Flächen befinden sich gemeinsam mit dem Wohn- und Schlafbereich auf einer Ebene ohne Stufen und durchgängig mit Stehhöhe, was Bungalowboote allgemein hin sehr kinderfreundlich und ebenso seniorengrecht macht.

 

Das Febomobil bei Kuhnle-Tours ist mit einem 15-PS-Außenborder ausgerüstet, was für den nötigen Antrieb locker ausreichen sollte. Zudem könnte das Febomobil sogar vollständig führerscheinfrei an seine Chartercrew übergeben werden. Nach der neuen gesetzlichen Regelung über den Bootsführerschein, wäre noch nicht einmal eine Charterscheineinweisung vorgeschrieben. Gesteuert wird das Febomobil vom Fahrstand auf der vorderen Sonnenterrasse. Auf diese Art unterscheidet sich das Febomobil nicht von seinen Artverwandten in der Klasse der Bungalowboote.

 

 

Febomobil mit den Details eines Augenzwinkerns

 

Das Febomobil kann in den Details mit durchdachten Eigenschaften punkten, soweit sich dies auf einer Messe beurteilen lässt. Der vordere Salonbereich ist sehr Licht durchflutet dank Panoramaschiebetür über die volle Raumbreite und großer Fenstern an den Seiten. Ein Kamin im Wohnzimmer dient nicht nur als Blickfang, sondern wird – zur rechten Zeit auf dem Febomobil eingesetzt – für behagliche Urlaubsatmosphäre sorgen.

 

Und Febomobil kann auch Dachterrasse! Diese ist über eine Leiter von der der Badeplattform aus zu erreichen. Ein Hinweisschild am Aufstieg zeigt an: Das Dach des Febomobil 870 ist mit bis zu zwei Personen oder 180 Kilogramm belastbar. Nach Adam Riese also zwei ausgewachsene Personen.

 

Ein weiteres Detail zum Schmunzeln: Das Febomobil wurde mit LED-Bändern umseitig versehen, was über das Wasser ein fröhliches Farbenspiel mit den schmalen Leuchtpunktleisten abgeben dürfte.

 

Die Küchenzeile des Febomobil ist mit moderner Anrichte, Mehrflammenherd, Spüle und Kühlschrank eingerichtet und befindet sich ebenfalls im Wohnsalon. Das Bad kommt ausreichend geräumig mit Toilette und Duschkabine daher. Das Fenster zum Bad bildet eines von zwei Bullaugen in der Seitenwand des Febomobils, was diesem Hausboot von außen eine unverwechselbare, augenzwinkernde Optik verleiht. Der Autor dieses Beitrages musste sofort an eine Musikkassette denken. Das Bad ist außerdem mit einer sicher sinnvollen Dachluke ausgestattet.

 

 

Das Febomobil mit Manövriervorteilen?

 

Im Vergleich zu anderen Bungalowbooten fällt der schmalere Grundriss des Febomobil 870 auf, der lediglich 2,50 Meter Breite bei 8,70 Metern Länge misst. Anderen Bungalowbooten haben beinahe 2 Meter mehr im Angebot über den katamaranartigen Schwimmkörpern. Wie stets – kann das Vor- und Nachteile bedeuten.

 

So mag das Febomobil bei Schleusen- und Liegeplatzanfahrten leichter zu manövrieren sein. Allerdings muss das Febomobil ohne umlaufende Gangbord auskommen, was eine höhere Konzentration bei Hafenmanövern und Schleusenvorgängen – speziell beim Festmachen der Leinen – erfordern dürfte. Allerdings wurde die Badeplattform zu einer Richtung der Seitenwände hin mit einem Trittsteg verlängert, was beim Schleusen eventuell genutzt werden könnte und bei der La Mare Werft zeigt eine neue Version des Boote bereits eine Gangbord an beiden Längsseiten.

 

Das Platzangebot im Salon – insbesondere bei der Anwesenheit aller Mitfahrer im Salon – ist etwas eingeschränkt im Vergleich zu anderen Bungalowbooten. Die Praxis im Chartereinsatz wird zeigen, für welche Crewgröße das Boot ausreichenden Komfort bietet.

 

Entsprechend zielgruppenorientiert vermarktet Kuhnle-Tours das Febomobil: „… ideal für Paare oder kleinere Familien.“ Somit könnte auch das Umbauen der Wohnzimmerschlafcouch entfallen. Dieses System variabler Kojen ist ohnehin auf allen Hausbooten jeder Klasse immer ein Kompromiss, um Charterbudget und Crewanzahl zu optimieren.

 

 

 

Canalboat – die jüngere Febomobil-Schwester

 

Gleichwohl das Febomobil noch kein halbes Jahr an die Mecklenburgische Seenplatte ausgeliefert wurde, legen sich die Entwickler und Konstrukteure des Bootes nicht auf die faule Haut.

 

Sie optimiert derzeit ihr Produkt, das sie selbst Canalboat nennen. Ihre Weiterentwicklung des Febomobils stellte La Mare am eigenen Stand in Halle 15 vor. Febomobil ist die Namensgebung von Kuhnle-Tours und dürfte mutmaßlich eine Kurzform von Ferienmobil sein – angelehnt an die Abkürzung Bunbo, die mit dem Erfolg beim Kunden bereits umgangssprachlichen Status erreicht hat.

 

La-Mare-Geschäftsführer Marek Jankowski erläuterte dem Autor dieses Beitrags die Veränderungen am Canalboat. Offensichtlicht ist die Neugestaltung der Schwimmkörper, die nun eine stromlinienartige Form angenommen haben und aus Aluminium gefertigt sind.

 

Das neue Unterschiff ermöglicht einen Zuwachs an Breite von ca. 0,30 Meter sowie eine größere Balance. Das Thema Balance wurde bereits bei den ersten Typen des Canalboats durchdacht aufgegriffen. So befinden sich große Teile der Bordtechnik sowie die Wassertanks nicht in den Schwimmkörpern sondern in einem Zwischenraum im Pontonboden zwischen den beiden Rümpfen. So sollte das Hausboot in seiner Lage auf dem Wasser ausgeglichen auf Verlagerung des Wasser- und Abwasservolumens reagieren.

 

 

Noch mehr Dach und noch mehr Badeplattform

 

Eine neue Entwicklung ist die stabile Wendeltreppe zum Sonnendeck. Das Hausboot-Dach in der ausgestellten Version der La-Mare-Werft kann eine klappbare Reling vorweisen. Das bietet zusätzliche Sicherheit, sodass das Dach auch während der Fahrt zum Aufenthalt der Crew genutzt werden kann. Das Dach des ersten Febomobils bei Kuhnle ist – zumindest ausgestellt – ohne klappbare Reling aber mit rutschfestem Material beschichtet. Ein Bild  des Febomobil, das Kuhnle-Tours zur Berichterstattung zur Verfügung stellt, zeigt das Boot auf der Müritz mit Reling auf dem hinteren Drittel des Daches. Das Bild wurde kurz nach Auslieferung des Febomobil an der Müritz gemacht.

 

Siehe im Vergleich der beiden Varianten

 

 

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Febomobil 870, achtern. Auf der Boot in Düsseldorf.

 

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Canalboat von La-Mare-Werft, achtern mit zusätzlicher Badeplattform, Gasgrill, klappbarer Dachreling, Wendeltreppe, umlaufender Gangbord.

 

Die Reling soll, zum Beispiel bei niedrigen Brückendurchfahrten, mit zwei Handgriffen umgelegt und auch wieder aufgestellt werden können. Das Dach soll zusätzliche Stabibilität durch erhöhte Wandstärken erhalten und ist nun durch alle fünf Personen an Bord gleichzeitig nutzbar – oder mit einer Last von bis zu 500 Kilogramm. Wiederum ausgewachsenen Personen.

 

Das Vordach über der Terrasse wurde gegenüber der Vorgängerversion etwas verlängert. Im Ergebnis beträgt die Aufenthaltsfläche auf dem Dach nun ca. 5 mal 2,6 Meter. Das sind stattliche 13 Quadratmeter, die in der Messeversion des Canalboat durch eine einladende Demonstration mit Gartenmöbeln genutzt wurde.

 

Die Messeversion des Canalboat präsentierte sich außerdem mit einer Kinderrutsche (als Demonstration der Ausstattungsmöglichkeiten), die vom Dachgarten direkt ins Wasser hinter der Badeplattform führt. Des Weiteren wurde die Badeplattform um eine vorgelagerte Teilplattform erweitert, die mit weniger Abstand zur Wasseroberfläche eine Art Stufenebene zur Hauptebene des Schiffes beim Badeein- und Ausstieg anbietet.

 

Zudem solle die Ebene, nach Angabe von Herrn Jankowski, als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme dienen, damit Badelustige größeren Abstand zum Außenbordmotor halten können. Ein sicherlich vernünftiger Gedankengang im Hinblick auf Kinder an Bord – auch wenn die erste Regel stets lauten sollte: Motor aus vor der Benutzung der Badeplattform.

 

 

Viele Zusatzoptionen bei der Ausstattung

 

Über dem Außenbordmotor am Heck präsentierte La Mare bei seinem Canalboat die Montagefähigkeit eines Barbecue-Gasgrills. Weitere Modifikationen in der aktuellsten Version des Canalboats sind – neben einer leichten Vergrößerung der hinteren Schlafkabine –  getönte Scheiben, vollständig umlaufende Scheuerleisten, der Einsatz von hochwertigen Holzbodenleisten im Salon und eine rutschfesten Beschichtung der außen liegenden Bodenflächen mit Polyurethan. Das ist ein reißfester Kunststoff, der – soweit Wikipedia – auch in hochwertigen Gummistiefeln oder latexfreien Präservativen Verwendung findet.  Zudem wird das Messemodell mit einer elektrisch abpumpbaren Toilette und einer Rückfahrkamera mit Monitor im Multi-Funktions-Navi am Steuerstand versehen, bei Kundenwunsch.

 

 

Wieviele Canalboats kommen zur Seenplatte?

 

La Mare ist nach eigenen Angaben auf einem soliden Kurs, das Canalboat an verschiedene Chartermärkte zu bringen. So sei das Boot seit Herbst als Febomobil bei Kuhnle-Tours zu finden, aber auch bei Abnehmern in Polen, der Ukraine und Südkorea.

 

Auf die Frage hin, wie sich die Auftragslage bezüglich des Chartermarktes in der Mecklenburgischen Seenplatte und an märkischen Gewässern entwickeln werde, antwortet Werftchef Marek Jankowski konziliant: „Wir wollen zunächst abwarten, wie unser Boot bei Kuhnle-Tours ankommt. Ab Frühjahr werden Chartergäste das Boot mieten. Dann werden wir sehen, ob es noch Dinge gibt, die wir verbessern können. Wir hoffen auf vier bis sechs Boote, die uns Kuhnle-Tours in diesem Jahr abnehmen könnte, wenn ihnen das Hausboot gefällt.“

 

 

Fazit zum Febomobil 870 und Canalboat

 

Eingedenk der Herausforderungen, die neue Boote eines jeden Typs mit sich bringen, sobald sie die Werft verlassen und in der Praxis Erprobung finden, scheint die Tauglichkeit des Canalboat / Febomobil in jedem Fall vorhanden. Besonders hervorzuheben ist die Wohnlichkeit des Salons mit Kamin, moderner Küche und vor allem viel Licht. Ein absolutes Plus – auch gegenüber den meisten Mitbewerbern – ist die begehbare Dachterrasse sowie die relativ breite Badeplattform.

 

In der Praxis müsste sich für eine weitere Beurteilung die Manövrierfähigkeit, die bei Bungalowbooten ohnehin gewöhnbedüftig ist, unter Beweis stellen. Auch, weil es sich beim ausgestellten Febomobil um ein noch fast werftneues Boot handelt, dass seinen letzten Ausstattungsschliff vor Saisonbeginn erst noch erwartet, wie ein Mitarbeiter von Kuhnle-Tours hinwies. Da wären hinter dem Thema Ruderstandsanzeige und Sichtfeldlösung für den Steuermann (Spiegel oder Rückfahrkamera) noch Fragezeichen. Wer das Kuhnle-Team rund um Charter und Werft kennt, weiß, dass diese Fragen – wenn möglich – mit einem pragmatischen Ausrufezeichen beantwortet werden.

 

Das Febomobil / Canalboat, in beiden Varianten, die auf der Messe zu sehen waren, macht den Eindruck eines starken Mitbewerbers in der Konkurrenz der Bungalowboote. Mit der Optik der beiden Bullaugen an den Seiten wird das Hausboot zudem recht markant durch die Mecklenburgische Seenplatte schippern. Auch das beweist einmal mehr, dass Kuhnle-Tours ein Näschen für die Wirkung aufs große Ganze kalkuliert hat. Für Bootsferien von kleineren Crews, die sich in ein schwimmendes Ferienhaus verguckt haben, mag das Febomobil 870 mit Sicherheit eine gute Option sein.

 

Weiterführende Weblinks

 

Febomobil 870 bei Kuhnle-Tours

Canalboat bei La-Mare-Werft

 

 

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